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Römisch-Katholische Kirche

St. Felix und Regula

Kirchenfenster von St. Felix und Regula: Die fünf törrichten Jungfrauen

Die Kirchenfenster von St. Felix und Regula wurden von einem der bekanntesten und zugleich umstrittensten Kirchenmaler Ferdinand Gehr (1896-1996) geschaffen.

In den farbenfrohen Kirchenfenstern des Kirchenschiffes werden die Seligpreisungen Jesu im Matthäus Evangelium Kap. 5, 3-10 dargestellt. Zu jeder der acht Seligpreisungen zeigt Ferdinand Gehr einen Heiligen bzw. eine Heilige, welche diese Seligpreisung in ihrem Leben exemplarisch verwirklicht haben.

Es tut dem Raum der Kirche wie auch den Gläubigen gut, wenn über dem Irdischen - alles in grau gehaltenen Bausteine - sich das Himmlische öffnet in einer farbigen Lichtfülle, dass die betrachtenden, schauenden Augen geradezu nach oben gezogen werden.

"Selig die Armen im Geiste..." S. Franziskus
"Selig die trauern..." St. Petrus
"Selig die Sanftmütigen..." S. Theresia
"Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit..." S. Bernhard
"Selig die Barmherzigen..." Hl. Elisabeth
"Selig die reinen Herzens sind..." Hl. Joseph
"Selig die Friedfertigen..." Hl. Bruder Klaus
"Selig die Verfolgung leiden..." St. Felix und Regula

Sowohl die Seligpreisungen als auch die Abkürzungen der Heiligen (S., St., Hl.)
entsprechen den auf den Kirchenfenstern gemalten Texten

Die Kirchenfenster, wohl eines der schönsten und reifsten Werke Ferdinand Gehrs, welche er 1954 schuf, deutete der Künstler selbst:

„Das Element der Farbe kann zur seelischen Erhebung eines Raumes auf den Gottesdienst hin beitragen. In diesem Sinne wurde ich von Herrn Architekt Metzger und Herrn Pfarrer Simmen eingeladen, die Entwürfe zum Fensterband an der Decke der Felix und Regula Kirche zu machen.

Die Themenwahl folgt der architektonischen Gliederung des Raumes. So sind die Scheiben auf der Sängerempore Hinweise auf die sinnliche Freude, welche aus der gläubigen Hingebung auf Gott zu sich ergibt. Die klugen und die törichten Jungfrauen in ihrer Vorbereitung auf die Hochzeit und die Jünglinge im Feuerofen mit ihrem Gesang möchten dies versinnbildlichen.

Die thematische Gestaltung der Fenster im grossen Mittelraum ist auf die Gemeinschaft der Gläubigen im Schiff eingestellt. Der biblische Text der acht Seligkeiten ist die geistige Grundlage. Eine grosse Zahl von Menschen, um die heiligen Vorbilder gruppiert, ergibt das Bild einer christlichen Lebensform unter den Menschen.

Die Ideen der Bilder im Altarraum wollen auf die geistige Erhebung im göttlichen Bereich hinweisen, wo die materiellen Bedingungen hinfällig werden und die volle Freiheit des Geistes Ereignis wird. Das ist in den Bildern von der Aufnahme Marias in den Himmel und der Verklärung Christi dargestellt.

Während im Mittelraum eine statische Form der Scheiben erscheint, durchzieht hier im Chorraum eine lebhafte Bewegung alles Figürliche. Wie ein Windhauch zieht alles durch die Fenstereinteilung hin. Es ist die Vereinigung des Menschen mit Gott selber.

Das ganze Werk will ein Hinweis sein auf das Heilige, wie es in verschiedenen Gestalten sich darbietet.

Diese Art der Darstellung möchte sich an das ganze Kirchenvolk wenden, daher die konsequente Verbindung mit den Texten der Bibel, sei es, dass der Einzelne sich von den dargestellten Symbolen beeindrucken lässt und andere mehr von der sinnlichen Freude, die von den Farben ausgeht. Beides kann zur geistigen und seelischen Einstimmung beitragen.“

Gehrs grösster Glasbildzyklus, Referat von Peter Killer, Dienstag, 13. September, 19.30 Uhr, in der Kirche St. Felix und Regula