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Römisch-Katholische Kirche

St. Felix und Regula

Der Reliquienaltar der Stadtheiligen

Reliquie der Stadtheiligen

Lateinisch: reliquiae = Überreste

Die Christinnen und Christen des Altertums behandelten die Leiber der Toten respektvoll. Dazu trug auch der Glaube an die Auferstehung der Toten bei. Über den Gräbern der Märtyrer wurden Altäre und Kirchen gebaut. Zunächst war die Reliquienverehrung (Reliquien sind Knochen der Heiligen) ans Grab gebunden. Im Mittelalter wurden den Reliquien auch magische Kräfte zugesprochen. Mit ihnen wurde Handel getrieben, um Wallfahrtsorte zu stärken.

In Zürich waren bis zur Reformation das Grossmünster (Grabeskirche), das Fraumünster und die Wasserkirche (Hinrichtungsstätte) Wallfahrtsorte, wo die Reliquien der Heiligen verehrt wurden. Die Legende berichtet vom Grossmünster: „Es ist aber jener Ort, wo die Heiligen mit grosser Zierde ruhen und wo seit alters viele Blinde und Lahme zum Ruhm Gottes und zur Ehre der Heiligen geheilt worden sind. Auch jetzt noch, wenn der Glaube der Bittenden bei der Gnade Gottes etwas verlangt, können die Bitten in verschiedenen Notlagen einen Erfolg erzielen." Wie damals im Grossmünster, sind hier rechts vorne in der Kirche die Reliquien zur Verehrung beim Altar dargestellt.

Die Reliquien gelangten nach der Reformation nach Andermatt. Von dort sind Reliquien in unseren Hauptaltar gekommen. Diejenigen vom Seitenaltar kamen vom Grossmünster über das Kloster Einsiedeln zu uns.

Seit 2007 ist unsere kath. Pfarrei mit den Reliquien zur Prozession und der gemeinsamen orthodoxen Vesper im ev.-ref. Grossmünster eingeladen. Die orthodoxen Gemeinden verehren gemeinsam die Stadtheiligen ihres Wohnortes und laden so die ganze Stadt mit ihrer Regierung zu einer ökumenischen Feier ein.