4. Die Räderung
Das Glaubensbekenntnis der drei Märtyrer auf die Frage nach ihrem Bekenntnis war unmissverständlich: „JA, wir sind Christen!“ Dies war die Ursache all der Qualen als Abschreckung wie auch als Versuchung, auszuweichen, zu fliehen und gar zur Verleugnung, um so dem schrecklichen Verhängnis zu entkommen. Angst, Furcht oder Vertrauen? Lebens-Verlust oder Lebens-Gewinn? Geistes-Willigkeit und Kraft oder Schwachheit des Geistes? Unterwerfung unter menschliche Gewalt oder Übergabe und Überlassung der Retter-Macht Gottes?
Die Schreckens-Massnahmen des Richters Decius nehmen zu an Grausamkeit und Härte. Der Verhandlungs- und Behandlungsraum der Feindschaft, Gehässigkeit und Bosheit ist förmlich aufgeladen und eskaliert. Und dies im Dienst-Auftrag von Macht und Herrschaft, von Recht und Gesetz: „Wir haben sowohl Macht wie auch ein Gesetz . . .!“ Trotz zunehmender Tortur lehnen die Glaubens-Zeugen entschieden ab: „Wir opfern den Göttern nicht, noch beten wir deine Götter an!“ Die Verweigerung ist unmissverständlich, kompromisslos.
Dies muss den Richter aufs Äusserste gereizt haben zu weiteren, noch abschreckenderen Marterungen, um sie dennoch sich gefügig zu machen. Doch ihre Antwort: „Unser Leib ist zwar in deiner Gewalt, unsere Seele aber ist in der Macht dessen, der uns erschuf!“ Es erinnert an Jesu Wort: „Fürchtet euch nicht vor denen, die zwar den Leib töten können, aber nicht die Macht haben, die Seele zu vernichten!“ Mth. 10,28.
Die Folge dieser Unerschrockenheit und Standhaftigkeit war die Marterung auf dem glühenden Eisenrost und Räderung, im Beisein des Richters. Auf der Bildtafel sehr naturalistisch und detailliert dargestellt. Es zeigt diese eine gewisse Vorliebe dieser Zeit für das Ausmalen brutaler, ja bestialischer Hinrichtungsszenen. Doch sind die Augen der so Gequälten zum Himmel gerichtet, betend und um Vergebung bittend, dem Vorbild Jesu entsprechend: „Vater. vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, Lk 25,24.
Trotz unmenschlicher Qualen lobten sie gemeinsam Gott: „Wir danken Dir, Herr und Gott, weil wir dies um Deines Namens willen erleiden“. Sie waren von derselben Gesinnung erfüllt wie die drei Männer im Feuerofen, im Buch Daniel Kap. 3,51-90, deren über alles erhabener, im Angesichte der vor ihnen liegenden Herrlichkeit und Freude des himmlischen Erbes voll Lob und Dank durch die Märtyrer-Geschichte hindurchhallt.






