8. Die Gebeine der Heiligen werden dem Grab entnommen
Im Beisein von zwei Bischöfen (Mitra) sowie Hofleuten lässt Kaiser Karl der Grosse (Krone) das Grab öffnen. Noch sind die Leiber nicht ganz verwest. Dies darf man wohl verstehen als eine Anspielung an Psalm 16,10f: „Darum freut sich mein Herz und jauchzt meine Seele, auch mein Leib wird sicher wohnen. Denn DU gibst rnein Leben dem Tode nicht preis, DU lässest Deinen Frommen die Verwesung nicht schauen“.
Beide, der Bischof und der Kaiser, halten je ein Haupt in ihren Händen, wie die Heiligen es zuvor getan haben. Wohl sicher zunächst ein Zeichen liebender Verehrung.
Oder ist es weit her geholtes Denken, darin auch das Zusammen von Bischof und Kaiser, von kirchlich-religiöser sowie staatlich-politischer Macht zu sehen, als Rehabilitation verhängnisvoller Fehl-Urteile, Gewaltausübung, Machtmissbrauch im Namen der Religion; als Versöhnung beider, eigenverantwortlicher Bereiche?
Das rote liturgische Gewand des einen Bischofs ist die Farbe der heiligen Märtyrer; das grüne Gewand des andern das Kleid der Erde, die Grundfarbe der Schöpfung, der Hoffnung, des Lebens.
Das Grab der Heiligen bildet so etwas wie den Grund für den späteren Bau des Grossmünsters, das Fundament, auf Veranlassung Karl des Grossen. Ihm hat ja das Grossmünster für alle Zeiten ein besonderes Denkmal errichtet am Südturm des Münsters und im Kirchenraum am Pfeiler drei, wo der Kaiser auf seinem Ross den beiden Heiligen Felix und Regula zureitet.
Karl der Grosse, seit dem 12. Jahrhundert wie ein Heiliger verehrt, galt schon früh als Gründer des Grossmünsters. Im Hintergrund, genau in der Mitte, sehen wir angedeutet die Kirchen mit Kirchturm und Stadtmauer mit dem Stadtturm. Die Stadt, bzw. die anfängliche Burg Zürich, hat nun für immer ein neues und verbindendes Zentrum erhalten, so etwas wie eine heilige Allianz von Kirche und Staat, stets für beide verbindlich als Teil-Gabe und Teil-Nahme an der Macht Gottes, als Seine Diener, Minister und Sachwalter zum Gemein-Wohl.






